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Das Spital-Magazin

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VOM ASSISTENZ- ZUM FACHARZT

AUS- UND WEITERBILDUNG AM SPITAL OBERENGADIN

VOM ASSISTENZ- ZUM FACHARZT

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Wer als Ärztin oder Arzt arbeiten will, beginnt seine medizinische Laufbahn mit einem Studium der Humanmedizin und erwirbt das eidgenössische Arztdiplom. Im Anschluss an die universitäre Ausbildung folgt die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt mit verschiedenen Schwerpunkten zum Beispiel am Spital Oberengadin.

 

 

Dr. med. Claudio Canal

Herr Dr. Claudio Canal ist in Samedan geboren und aufgewachsen. Nach dem Militärdienst hat er an der Universität Zürich Humanmedizin studiert und erfolgreich abgeschlossen. Als Hobbies gibt der bald 30-jährige Ski-Alpin, Wandern, Fotografieren und Kochen an. Zurzeit ist er im zweiten Jahr Chirurgie-Assistent bei Dr. med. Michel Conti, Chefarzt Klinik Chirurgie am Spital Oberengadin.

Wollten Sie schon immer Arzt werden? Oder was waren Ihre ersten Berufswünsche?

Nein, vom Helikopterpiloten bis zum Forscher wäre verschiedenes denkbar gewesen.

 

Was fasziniert Sie an der Chirurgie?

Die Möglichkeit medizinische Probleme durch eine Operation zu beheben und so Patienten zu helfen finde ich grossartig. Die Chirurgie ist sehr vielseitig, spannend und abwechslungsreich.

 

Wieso haben Sie Ihre Assistenzstelle gerade am Spital Oberengadin angetreten?

Am Spital Oberengadin wird ein sehr breites Spektrum der Chirurgie abgedeckt. Im Winter sehen wir viele Schneesportunfälle. Im Sommer viele Wander- und Sportunfälle. Wir führen viele Eingriffe im Gebiet der Traumatologie des Bewegungsapparates durch, aber auch Operationen des Brust- und Bauchraums sowie gewisse urologische, plastische und kinderchirurgische Eingriffe. Diese Bandbreite und die sehr kompetente Betreuung durch unsere Kaderärzte zeichnet diese Assistenzstelle aus.

 

Was sind Ihre wertvollsten Erfahrungen als Assistenzarzt bisher?

Besonders schön ist es, wenn es schwerkranken oder schwerverletzten Patienten dank unserer Therapie wieder besser geht. In einem gut eingespielten Team einen Beitrag dazu leisten zu dürfen und dies am Ort, wo ich aufgewachsen bin, ist sehr befriedigend.

 

Wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

Mein aktuelles Ziel ist es Facharzt für Allgemeinchirurgie zu werden. Später könnte ich mir eine Spezialisierung in Richtung Traumatologie gut vorstellen.

 

Was ist Ihnen als Arzt besonders wichtig?

Dass ich genügend Zeit für die Patienten habe und auf Ihre Bedürfnisse eingehen kann. Heutzutage kommt das mit all den administrativen Aufgaben und dem Kostendruck manchmal etwas zu kurz. Eine gute Betreuung, Unterstützung und Förderung, wie ich sie hier durch Herrn Dr. med. Michel Conti, die leitenden Ärzte und durch unsere Oberärztin erhalte, ist mir wichtig.

 

Besonders schön ist es, wenn es schwerkranken oder schwerverletzten Patienten dank unserer Therapie wieder besser geht.

Eva Güttinger

Die 29-Jährige ist in Thalwil, Kanton Zürich aufgewachsen und hat ihr Medizinstudium im September 2018 abgeschlossen. Zurzeit ist sie Assistentin der Medizin am Spital Oberengadin.

Sie hatten bereits in verschiedene medizinische Bereiche Einblick. Was hat Sie am meisten begeistert?

Jedes Fach, in das ich bis anhin Einblick gewinnen konnte, fasziniert mich auf seine Weise, sodass ich die Frage nicht einfach beantworten kann (auch wenn ich das manchmal gerne würde). Im Moment begeistert mich, dass wir mit verschiedenen medizinischen Problemen auf breiter Ebene konfrontiert sind und zudem ein vielseitiges Patientenkollektiv haben. Aber ich finde auch den Gedanken reizvoll, in einem Gebiet die Expertin zu sein.


Was sind Ihre wertvollsten Erfahrungen als Assistenzärztin bisher?

Gerade in den ersten Monaten der ersten Stelle lernt man täglich extrem viel, und jeder Tag stellt neue Herausforderungen – das ist wunderbar. Die wertvollsten Erfahrungen ergeben sich für mich beim direkten Kontakt und den Gesprächen mit den Patienten. Ich erachte es als grosses Privileg, dass uns so viel Vertrauen entgegengebracht wird. Von den Patienten lerne ich auch sehr viel für mich selbst.

 

Die wertvollsten Erfahrungen ergeben sich für mich beim direkten Kontakt und den Gesprächen mit den Patienten.

Wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

Ich habe noch keine konkrete Vorstellung, in welcher Form ich meinen Beruf als Ärztin ausüben möchte. Interessant fände ich eine Kombination zwischen klinischer Tätigkeit im Spital und in der Praxis als Allgemeinmedizinerin. Aber es gibt so viele Formen und viele davon finde ich reizvoll. Ich bin selbst gespannt, in welche Richtung es mich verschlagen wird.

Finden Sie, dass Ärztinnen im Beruf benachteiligt werden?

Ja es gibt ganz klar Ungerechtigkeiten, die nicht wegdiskutiert werden können. Es beginnt schon damit, dass Männer von den Patienten viel eher als Ärzte registriert werden, während man als Frau die Funktion explizit aussprechen muss. Aber dies stört mich persönlich am wenigsten. Viel eher finde ich es schade, dass es kaum familienfreundliche Stellen gibt (für Männer und Frauen!), dass es wenig Frauen in Kaderpositionen gibt und natürlich die Lohnungleichheit, die in gewissen Spitälern weiter vorherrscht. Diese Themen sind präsent und werden unter uns Assistenzärztinnen und Assistenzärzten diskutiert. Ich habe den Eindruck, dass viele von uns nicht zu allem bereit sind. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir Wege finden werden, weil es mit mehr als 50% Frauenanteil in naher Zukunft einfach ein Umdenken geben muss.

Was fasziniert Sie an ihrem Beruf?

Der direkte Menschenkontakt, die Medizin an und für sich und dass man nie ausgelernt hat oder angekommen ist. Es geht immer weiter.


Sie sind aus Zürich, wieso absolvieren Sie Ihre Assistenzzeit im Spital Oberengadin?

Damit sich die Einheimischen über meine «Züri--Schnurre» lustig machen können! Nein im Ernst, ich war seit meiner Kindheit zweimal jährlich im Oberengadin und verbinde viele wunderbare Erinnerungen mit der Region. Landschaftlich kenne ich wohl kaum einen schöneren Ort, und es gibt hier endlos Möglichkeiten, wenn man gerne Zeit in der Natur verbringt. Ich muss aber auch erwähnen, dass das Spital bei Assistenzärztinnen einen sehr guten Ruf hat. Somit war für mich die perfekte Kombination gegeben.

 

Können Sie sich vorstellen, später in einem Spital in der Peripherie tätig zu sein oder sehen Sie ihre Zukunft eher in der Stadt in einem grossen Spital?

Tendenziell denke ich schon, dass ich zurück in die Region Zürich gehen werde, weil dort meine Familie und Freunde sind. Obwohl ich nicht ganz auschliessen mag, dass ich in den Bergen bleibe.

 

 

Ich war seit meiner Kindheit zweimal jährlich im Oberengadin und verbinde viele wunderbare Erinnerungen mit der Region.

CAMILLA TRIULZI

Die gebürtige Celerinerin hat an der Universität Zürich Humanmedizin studiert. Danach hat sie verschiedene Praktika in unterschiedlichen Spitälern und Bereichen angetreten. Im Moment absolviert die 28-jährige ihre erste Stelle als Assistenzärztin in der Inneren Medizin am Spital Oberengadin.

 

 

Sie hatten bereits in verschiedene medizinische Bereiche Einblick. Was hat Sie am meisten begeistert? Wo sehen Sie sich?

Die Arbeit mit ganz unterschiedlichen Menschen, sei es mit Mitarbeitern aber vor allem mit den Patientinnen, und der Einblick in das Leben dieser Menschen interessiert mich. Faszinierend und besonders interessant finde ich die Notfallmedizin/Anästhesie. Die Kombination aus hoch spezifischer Kenntnis der physiologischen Prozesse im menschlichen Körper und der Fähigkeit in lebensbedrohlichen Situationen innert Sekundenbruchteilen zu Entscheiden und zu Handeln fasziniert mich. Die Momentaufnahme eines Menschenlebens in einer doch sehr aussergewöhnlichen und besonderen Situation zu erhalten ist besonders. Ich konnte bereits sehr viel lernen.


Wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

Sicherlich möchte ich noch in einer anderen Fachrichtung – konkret im Bereich der Anästhesie/Notfallmedizin – weitere Erfahrungen sammeln. Dazu immer offen bleiben für weitere Erfahrungen. Vielleicht wieder ins Ausland gehen und für gesundheitliche oder gesellschaftliche Projekte tätig sein.

Finden Sie, dass Ärztinnen im Beruf benachteiligt werden?

Es ist eine Tatsache, dass immer mehr Frauen Medizin studieren und danach als Ärztinnen arbeiten. Vielleicht war es noch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten etwas Aussergewöhnliches als Frau Medizin zu studierten. Heute könnte man meinen, dass hier keine Benachteiligungen mehr bestehen sollten. Doch traditionelle gesellschaftliche Strukturen und Rollenbilder sind noch sehr präsent.
Ein Phänomen bei der Benennung von Medizinalpersonen ist das Voranstellen von «Fr.» bei weiblichen Personen. Bei einer männlichen Fachperson bedarf es dieses Präfixes nicht, da es als Standard gilt. Frauen müssen aber explizit gekennzeichnet werden. Einen sehr lesenswerten Artikel hat Aylin Canbek (erschienen in der schweizerischen Ärztezeitung 2019) bezüglich «Feminisierung der Medizin» geschrieben. Dieser Begriff wird fast ausschliesslich in Debatten verwendet, in denen Erklärungsmodelle für den Mangel an Ärztinnen im Gesundheitswesen gesucht werden. Eine kritische Analyse dieser doch sehr tief verankerten Wertvorstellungen und Gesellschaftsnormen/ -konstrukte bedarf meiner Meinung nach dringendst einer Revision.

Was sind Ihre wertvollsten Erfahrungen als Assistenzärztin bisher?

Wie bereits erwähnt, gehören das Kennenlernen von Menschen in Ausnahmesituationen zu den besonderen Erfahrungen. Ich habe realisiert, dass es ganz unterschiedliche Vorstellungen bezüglich Gesundheit und Wohlbefinden gibt, und wie diese erlangt werden kann. Auch wie das innere und äussere Gleichgewicht beibehalten werden kann. Die Medizin lehrt uns Demut. Oftmals handeln Menschen so, als ob sie alles wüssten und die Kontrolle gänzlich in ihrer Hand liegt. Etwas, das ich bereits mehrmals erfahren habe ist «the bigger picture» – also das Ganze, nicht aus den Augen zu verlieren und immer wieder versuchen, ein Problem aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, den menschlichen Körper als ganzheitliches System zu sehen. Viele Teil-aspekte und mögliche Lösungen des Problems gehen sonst verloren.

Die Medizin lehrt uns Demut. Oftmals handeln Menschen so, als ob sie alles wüssten und die Kontrolle gänzlich in ihrer Hand liegt.

Dr. med. Sergio Compagnoni

Dr. med. Sergio Compagnoni ist Facharzt für Allgemeine Innere Medizin. Ein Teil seiner Zeit als Assistenzarzt absolvierte er am Spital Ober­engadin. Heute führt er eine Hausarztpraxis in Silvaplana.

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Zeit als ­Assistenzarzt?

Die Stelle als Assistenzarzt am Spital Oberengadin war meine erste Stelle direkt nach dem Staatsexamen. Aus dieser Zeit habe ich schöne Erinnerungen an zwei intensive und lehrreiche Jahre! Als frisch gebackener Assistenzarzt wurde ich von der Theorie direkt in den praktischen Alltag geworfen. Dabei wurde ich von erfahrenen Kollegen eingeführt und konnte die Struktur des Arbeitstages im Spital erlernen. Wenn es nötig war, konnte ich stets auf die Unterstützung der Karderärzte zählen. Jeden Patienten, den wir stationär aufnahmen, mussten wir dem zuständigen Oberarzt vorstellen. So wurden die klinischen Befunde besprochen, um dann eine Problemliste aufzustellen und die ersten ­diagnostischen und therapeutischen Schritte in die Wege zu leiten. Es gehörte weiter zu meinen Aufgaben, die onkologische Patienten mit zu betreuen, was immer sehr interessant und lehrreich war. Wir waren ein gutes Team, das bei der Arbeit im Spital aber auch in der Freizeit harmonierte. Die soziale Komponente ist bei der Ausbildung sehr wichtig! Die Freundschaften, die ich während der Assistenzzeit geknüpft habe, bestehen zum grossen Teil bis heute. In einem kleinen Spital ist das ­medizinische Spektrum in der Regel sehr breit, und nicht immer ist ein Spezialist vor Ort. Dennoch wird dank dem Netzwerk, welches das Spital aufgebaut hat, jederzeit eine gute Versorgung garantiert. Als Assistenzärzte waren wir schnell im Team integriert und konnten grosse Verantwortung über­nehmen.

Die Stelle als Assistenzarzt am Spital Oberengadin war meine erste Stelle direkt nach dem Staatsexamen. Aus dieser Zeit habe ich schöne Erinnerungen an zwei intensive und lehrreiche Jahre!

Sie haben den Weg als Hausarzt in einem Engadiner Dorf gewählt?

Ich komme aus Poschiavo, aber mein Bezug zum Engadin war immer sehr stark. Schon während meiner Ausbildung war ich immer in Kontakt mit Dr. Lanfranchi, meinem Vorgänger, der mich zum Beruf des Hausarztes motivierte. Es war keine einfache Entscheidung, vom Spital weg und in eine eigene Praxis zu gehen … doch schliesslich habe ich mich für die Hausarztmedizin und für den Standort Silvaplana im Engadin entschieden.


Was gefällt Ihnen an diesem Berufsbild (ist ja heute nicht mehr so gefragt)?

Als Hausarzt kennt man seine Patienten und deren soziales Umfeld gut, was für die Betreuung sehr wichtig ist. Man kann die ganze Familie betreuen, vom kleinen Kind bis zu den betagten Patienten, was sehr interessant ist. Die jüngeren Patienten sieht man meistens wegen Notfällen und diese werden bald wieder gesund, während ältere Patienten eine nachhaltige Betreuung benötigen, was oft sehr anspruchsvoll ist. Die Arbeit ist sehr vielseitig. So hat man immer wieder chirurgische Notfälle, es müssen Wundversorgungen gemacht werden, oder es passiert ein Unfall mit Knochenbruch, der mit einem Gips ruhig gestellt wird. Ich schätze diese praktische Seite meiner Arbeit. Manchmal gibt es medizinische Notfälle, wo man rasch reagieren und die Patienten mit der Ambulanz ins Spital einweisen muss. Jeder Tag in der Praxis unterscheidet sich vom andern. Abends sieht die Agenda ganz anders aus, als es am Morgen geplant war. Es kommt auch immer wieder zu Wartezeiten, die leider nicht zu vermeiden sind. Es ist sehr schwer einzu­schätzen, wieviel Zeit man für jeden einzelnen Patienten wirklich braucht. Als Hausarzt im Engadin ist man auch als Notfallarzt unterwegs, was viel Flexibilität erfordert, aber die Arbeit spannend macht. Die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst ist immer sehr lehrreich.


Wie/in welchen Bereichen arbeiten Sie heute mit dem Spital Oberengadin zusammen?

Ich arbeite sehr eng mit der interdisziplinären Notfall­station zusammen, wohin ich die Patienten jederzeit zuweisen kann. Aber auch mit der Kinderabteilung oder den Kollegen der Radiologie besteht eine enge Zusammen­arbeit. Die onkologischen Patienten werden gemeinsam mit den Kollegen aus Chur, die in Samedan tätig sind, mitbetreut. Als Hausarzt schätze ich es, wenn man bei gewissen Entscheidungen für die ­weitere Be­treuung von stationären Patienten mit ein­­be­zogen wird.


Wie sehen Sie die Bedeutung des Spitals für die Region?

Das Spital hat eine wichtige Bedeutung in unserer ­Region. Gerade auch in der Winterzeit, wenn zum Teil alle Strassen gesperrt sind, muss eine medizinische Grundversorgung inklusive Intensivstation gewährleistet sein. Das ist bestimmt nicht einfach, aber in der heutigen Gesellschaft unverzichtbar. Die Zusammenarbeit mit dem Spital ist gut. Die Mitbetreuung der Patienten sehe ich als Ergänzung zu meinem Praxisalltag und nicht etwa als Konkurrenz. So können die Patienten für die Nachkontrolle nach einer Operation oder einem Spitalaufenthalt wieder in die Praxis kommen.

Was macht für Sie einen guten Arzt aus?

Gute Frage. Jeder Mensch ist anders. Wichtig ist eine gute medizinische Grundversorgung anzubieten, die persönliche und medizinische Erfahrung und nicht zuletzt die Menschlichkeit. Eine gute Arzt-/Patienten­beziehung aufzubauen und aufrecht zu erhalten ist wichtig. Dies ist nicht immer einfach, dafür sind aber die Gespräche mit dem Patienten wichtig. Man muss gut zuhören können, nicht immer sind Untersuchungen nötig und angebracht. Sich für das Wohl seiner Patienten einzusetzen ist nicht immer einfach, es braucht Zeit, gegenseitiges Verständnis und Respekt. Wichtig ist, dass man für die Patienten (und auch für das Spital) in schwierigen Situationen «immer» erreichbar ist. Oft kennt man ja die Hintergründe und kann somit eine gute Betreuung gewährleisten.

 

Welches sind aus Ihrer Sicht die grössten Heraus­forderungen im aktuellen Gesundheitswesen?

Sicher der Zeitdruck. Für die Patientengespräche braucht es Zeit, vor allem bei Betagten und bei Kindern sind Gespräche für die Behandlung und Betreuung sehr wichtig! Auch die Einstellung, dass immer alles sofort gemacht werden muss/soll stellt eine grosse Herausforderung dar. Man muss immer auf dem neuesten Stand sein, damit die Patienten die bestmögliche medizinische Versorgung bekommen. Als Hausarzt kennt man seine Patienten und hat somit die Möglichkeit, sinnvolle Abklärungen gut zu koordinieren und in die Wege zu leiten, was auch hilft Kosten zu sparen. Ob dies in Zukunft mit einer weiteren «Budgetierung» der medizinischen Behandlungen möglich sein wird, bleibt offen … . Eine weitere Herausforderung stellen die sogenannten ­«E-­Patienten» dar. Immer mehr Menschen suchen im Internet nach Informationen zu ihrer Gesundheit (Stichwort Dr. Google). Hier muss der Arzt die Informationen der Patienten im Gespräch in die richtige Richtung lenken, damit beide Seiten davon profitieren können.