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Gemeinsamfür das Engadin

Doppelinterview mit Beat Moll und Adrian Urfer

Gemeinsam
für das Engadin

Die Klinik Gut und das Spital Oberengadin werden ihre Patientinnen und Patienten der Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates* künftig in einer neuen, gemeinsamen Klinik im Spital Samedan operieren und hospitalisieren. Damit wird die seit Ende 2017 bestehende Kooperation vertieft. So können gemeinsam mehr ­Patienten behandelt werden, die Qualität weiter verbessert und die Wirtschaftlichkeit gestärkt werden.

Wie reagierten die Leute auf die Meldung, dass die Klinik Gut und das Spital Oberengadin zusammenspannen? 

Beat Moll: Ich habe vorwiegend positive Rückmeldungen ­erhalten, ja ich wurde sogar gefragt, weshalb diese Zusammenarbeit nicht schon viel früher zustande gekommen ist.  

Adrian Urfer: Auch ich habe fast nur Positives gehört. In St. Moritz wird bedauert, dass die Klinik Gut teilweise weggeht, und das kann ich nachvollziehen. Auch für uns ist es ein grosser Schritt, die Bettenstation und die Operationen nach mehr als 90 Jahren nach Samedan zu verlegen. Die Zusammenarbeit mit dem Spital Oberengadin ist aber eine hervorragende Lösung für viele Probleme der letzten Jahre. Diese Chance müssen wir gemeinsam nutzen.

Was ist seit der Bekanntgabe hinter den Kulissen ­gelaufen?

Adrian Urfer: Die Absichtserklärung, die wir am 2. Juli bekanntgegeben haben, ist ein erster, entscheidender Schritt. Nun stehen in den kommenden zwei Jahren sehr viele Projektarbeiten an, mit denen auf beiden Seiten bereits begonnen wurde.

Beat Moll: Da kann ich nur zustimmen, es kommt noch sehr viel Arbeit auf uns zu. Mit dem Willen aller Beteiligten – der bisher sehr gross ist – kommen wir gut voran mit dem Ausarbeiten der gemeinsamen Verträge und der Projekte.

 

Was braucht es konkret, damit dies eine erfolgreiche Zusammenarbeit bleibt?

Beat Moll: Das Wichtigste ist, eine gute Gesprächsgrundlage auf Augenhöhe zu haben. Dies ist zum Glück der Fall; alle am Projekt Beteiligten verstehen sich sehr gut. Die Zusammen­arbeit betrifft aber nicht nur die Projektgruppen. Wir brauchen auch die Unterstützung der Mitarbeitenden. Nur wenn sie mitziehen, wird das neue Zentrum zu einem Gewinn für die Patientinnen und Patienten.

Adrian Urfer: Die Klinik Gut und das Spital Oberengadin arbeiten bereits seit längerem zusammen - dennoch sind wir auch Konkurrenten. Unser Ziel ist es nun, das Konkurrenzdenken in ein partnerschaftliches Miteinander und Füreinander im Interesse der Patienten zu verwandeln. 

Was sind Ihrer Meinung nach die grössten Vorteile der Zusammenlegung der Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates?

Adrian Urfer: In erster Linie profitieren die Patientinnen und Patienten und damit die Engadiner Bevölkerung und die Gäste, aber auch für die Mitarbeitenden der beiden Partner wird es ein grosser Gewinn sein. Zusammen können wir mehr Fälle behandeln, das erlaubt uns, die Qualität ­weiter zu steigern. Für die Mitarbeitenden werden wir durch die Kooperation zu einem attraktiveren Ausbildungs- und Arbeitsplatz. Die Klinik Gut kann auf den Bau einer neuen Klinik mit Operationssälen und Bettenstation verzichten und im Spital Oberengadin auf ein breit aufgestelltes, medizinisches Angebot inklusive einer Intensivstation zurückgreifen.

Beat Moll: Und wir können noch stärker von der medizinischen Spezialisierung der Klinik Gut auf dem Bewegungsapparat profitieren und unsere hochwertige Infrastruktur besser auslasten.

Die SGO ist grösser als die Klinik Gut AG. Warum hat sie nicht die Mehrheit an der Partnerschaft? 

Beat Moll: Die Partnerschaft umfasst nicht das gesamte Angebot des Spitals Oberengadin, sondern lediglich die Orthopädie und die Traumatologie des Bewegungsapparates. In diesem Geschäftsfeld ist nicht das Spital Ober­engadin, sondern die Klinik Gut der grössere Anbieter. Die Klinik Gut ist nach Anzahl der Fälle der Orthopädie und der Traumatologie des Bewegungsapparates mehr als doppelt so gross wie das Spital Oberengadin.

Bedeutet die Partnerschaft das Aus für das Projekt Serletta Süd in St. Moritz?

Adrian Urfer: Die Partnerschaft mit dem Spital Oberengadin bedeutet, dass die Klinik Gut in St. Moritz kein neues Stammhaus mit Operationssälen und Bettenstation braucht. Wir wollen aber auch eine neue Permanence eröffnen. Serletta Süd ist dafür einer der Standorte - für mich der Favorit.

Was darf man sich unter der Permanence in St. Moritz vorstellen?

Beat Moll: Die gemeinsame Permanence ist ein medizinisches Praxiszentrum mit langen Öffnungszeiten. Hier sind Behandlungen von kleineren Verletzungen und anderen dringenden Erkrankungen möglich. Die Permanence wird zudem Sprechstunden und Nachbehandlungen durch Ärzte anbieten.  

Adrian Urfer: Auch niedergelassene und spezialisierte Ärztinnen und Ärzte, sowie Therapieangebote sollen sich in der Permanence ansiedeln können. So kann sie zu einem breit aufgestellten, medizinischen Zentrum und damit zur Anlaufstelle für Einheimische und Gäste werden. Davon würden alle profitieren.