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Der Olympiamacher

Im Gespräch mit Frank Holfeld

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Im Gespräch mit Frank Holfeld

Der Olympiamacher

Sommer 2017
Das Bild zeigt Nino Schurter mit Betreuer Frank Holfeld anlässlich der Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro. Schurter gewann am 21. August 2016 die olympischen Mountainbike-Rennen und holte damit die 100. Goldmedaille für die Schweiz an einer Olympiade.

Frank Holfeld war auch dabei, als Schurter 2012 in London die Silbermedaille im Cross Country gewann – und auch als er im Jahr 2015 zum vierten Mal Weltmeister wurde. Unter anderem. Neben seiner Tätigkeit als Physiotherapeut am Spital Oberengadin hat er während über 10 Jahren die Schweizer Elite im Mountainbike intensiv betreut. Dazu gehörten die Begleitung an die Wettkämpfe, die Betreuung während den Koordinations- und Krafttrainings sowie bei der Regeneration. Die Aufgabe des Physiotherapeuten besteht darin, medizinische Probleme so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln – oder besser: präventiv zu schauen, dass diese gar nicht entstehen. ­Unterwegs ist man auch für das Kochen, Einkaufen und Organisieren von allem Drum und Dran zuständig. Der Sportler soll sich auf Trainieren, Schlafen und Essen konzentrieren. Alles andere wird ihm, wenn immer möglich, abgenommen. Das geht natürlich nur, wenn man sich sehr gut kennt und grosses gegenseitiges Vertrauen aufgebaut wurde. Dazu kommen Erfahrung, Können und das richtige Einschätzen der Stärken und Schwächen … eigentlich wie in einer guten Freundschaft.

Frank Holfeld arbeitet bereits seit über 14 Jahren am ­Spital Oberengadin – seit fünf Jahren als Leiter der ­Physio-Abteilung. Nach Rio hat er nun seine Ambitionen im Spitzensport zurückgeschraubt, um mehr Zeit für die Familie mit den beiden kleinen Kindern zu haben. Auch die Leitung der Physio am Spital und am zweiten Standort in Zuoz braucht Engagement. Als Verantwortlicher für die Abteilung ist ihm zukunftsorientiertes Arbeiten und das Anstossen neuer Projekte wichtig.

Höhentraining auf 1'856 m ü. M.

Holfeld liebt das Engadin – und dies zu jeder Jahreszeit. Er selbst ist aktiver Biker und Sportler. Gute Betreuung ist nur möglich, wenn man den Sport aus eigener Erfahrung sehr gut kennt. Früher war er aktiver Triathlet und hat im Engadin phasenweise Biathleten, Langläufer oder auch Skeletonfahrer betreut. Auch heute trifft man ihn gerne beim Langlaufen, Skifahren oder im Sommer auf dem Bike oder Rennvelo.

Für viele Spitzenathleten ist das Oberengadin seit Jahren ein Thema. Sie kommen regelmässig zum Höhentraining. Nino Schurter etwa übernachtet oft auf Muottas Muragl, um noch mehr vom Höheneffekt zu profitieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die hervorragenden Trainingsmöglichkeiten und die Infrastruktur in unserer Region.

Durch seine langjährige Erfahrung mit Spitzensportlern achtet Frank Holfeld selbst auf gesunde Ernährung, lebt allgemein bewusster und ausgeglichener. Gewisse Techniken lassen sich gut auf die allgemeinen Patienten übertragen: Gemeinsam an einem Ziel arbeiten, Vertrauen, Wertschätzung und Steigerung der Motivation. Dies führt uns zum nächsten Thema. Frank Holfeld hat vor kurzem eine Ausbildung als Personal Trainer absolviert und bietet die neue Dienstleistung als erweitertes Angebot über das Spital Oberengadin an. Es ist eine Schnittstelle zwischen Physio und Spitzensport. Dank seiner Erfahrungen kann er damit Patienten mit Motivationsproblemen oder mit Übergewicht effizient, individuell und zielgerichtet helfen.