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Die engagierte Macherin mit Herz für Langzeitpflege

Marion Barandun

Die engagierte Macherin mit Herz für Langzeitpflege

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Leitung Promulins

Marion Barandun über den Pflegeberuf und ihre Ziele

Winter 2017/18
Sie ist seit September 2017 im Amt als Leitung Pflege und Betreuung des Alters- und Pflegeheims Promulins. Insgesamt ist sie schon seit 16 Jahren im Spital Oberengadin in diversen Positionen engagiert. Mit Informa spricht Marion Barandun über die Faszination Langzeitpflege, Herausforderungen und Ziele.

Das laufende Tagesgeschäft, das ca. 90 Bewohnerinnen und Bewohner und etwas über 100 Mitarbeitende einschliesst, hält die Samedanerin vom ersten Moment an auf Trab. Das permanente Jonglieren mit überfüllter Warteliste ist Alltag für Marion Barandun, die sich dadurch aber nicht von der Faszination Langzeitpflege abbringen lässt. Das Funkeln in ihren Augen, wenn sie über Bewohner und Mitarbeitende spricht, ist nicht zu übersehen.

Wir sind auf sozialkompetente Pflegekräfte mit Fähigkeit zum vernetzten Fachdenken angewiesen.

Fach- und Sozialkompetenz ebenbürtig

Als gelernte Pflegefachfrau mit viel Erfahrung in allen Pflegebereichen von Akut- bis Langzeitpflege behält sie stets den Überblick und verliert dabei den Einzelnen nie aus den Augen. Das sei eine der Besonderheiten, die die Langzeitpflege im Gegensatz zur Akutpflege ausmache: «Die Sozialkompetenzen einer Pflegekraft hier im Promulins müssen ausgesprochen hoch sein.» Dies heisst aber nicht, dass die Fachkompetenz deswegen vernachlässigbar ist. Im Gegenteil: «Wir sind auf sozialkompetente Pflegekräfte mit Fähigkeit zum vernetzten Fachdenken angewiesen.» Bewohner sind beim Eintritt ins Pflegheim älter als früher und weisen häufig komplexere Krankheitsbilder auf. Wo früher das Betreuen im Zentrum stand, sind heute fundierte Fachkenntnisse unerlässlich. Das Zwischenmenschliche sei auch das, was sie besonders an diesem Beruf fasziniert: «Die Konstrukte aus Familie und Lebensgeschichten jedes Einzelnen.»

Ich möchte Ansprechsperson für alle und gerade in schwierigen Situationen präsent sein.

Abschiednehmen als fixes Gefäss

Die Arbeit in der Langzeitpflege sei auf tieferem Tempo als im Spital aber dafür auf zwischenmenschlicher Stufe umso intensiver. So sieht man im Restaurant des Öfteren Bewohner, die sich beim Zmittag zu ihren Pflegepersonen setzen. Da drängt sich die Frage auf, wie man damit umgeht, wenn ein vertrauter Bewohner stirbt. «Wir trauern mit den Angehörigen mit, das ist ganz klar.» Mit den Jahren lerne man, trotz Trauer den Arbeitsalltag zu bewältigen. Frau Barandun setzt es sich zum Ziel, der Trauerarbeit mehr Raum zu geben. In Form von Erinnerungsalben der Verstorbenen sollen die Bewohner und die Pflegenden Abschiede verarbeiten können. Auf den vier Stationen Pflegewohngruppe, Pflegeabteilung, Demenzabteilung und Altersheim soll auch dank der neuen Heimpfarrerin das Abschiednehmen für alle zum fixen Gefäss werden.

Vorbild mit Herz

Persönliches Ziel von Frau Barandun ist es, die Menschen ins Zentrum zu rücken: Die herzliche Atmosphäre soll sowohl für Bewohner, Angehörige wie auch für Pflegende normal sein. Hierfür plant sie, die Angehörigenanlässe wieder regelmässig durchzuführen. Sie sollen Plattform für gegenseitiges Kennenlernen sein und dem Abbau von Ängsten und Sorgen dienen. Sie selbst will für alle Ansprechperson sein, die in schwierigen Situationen den Kopf nicht in den Sand steckt und die Pflegefachkräfte situationsgerecht entlastet. So möchte sie als Vorbild dienen, wie sie sagt. Und man spürt in jedem Moment, dass sie meint, was sie sagt. Auch wenn sie einem zum Abschied eine gute Zeit wünscht und einem dabei die Hand drückt. Denn was auch immer Marion Barandun anpackt, sie tut es mit viel Herz.