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Das Spital-Magazin

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«Die ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen fasziniert mich»

Leitung Fachstelle Soziales

«Die ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen fasziniert mich»

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Im Herbst 2020 wechselte Sozialarbeiterin Valeria Gut innerhalb der SGO vom Spital Oberengadin ins Pflegeheim Promulins. Kaum angekommen, wird sie im neuen Arbeitsumfeld mit der zweiten Coronawelle sogleich auf die Probe gestellt.

 

Bereits im von Covid-19 geprägten Frühjahr 2020 war der Bedarf an Sozialberatung im Pflegeheim Promulins gross: Gespräche mit Bewohnern und Angehörigen rund um das Thema Covid-19 und Patientenverfügung drängten sich auf. «Durch Covid-19 wurden Krankheit und Tod sehr sichtbar, was es einfacher machte, darüber zu sprechen», sagt Valeria Gut.

 

«Wir arbeiten hier im Zuhause der Bewohner, dadurch baut man eine Beziehung zu ihnen auf.»

Von der Kurzzeit- in die Langzeitberatung

 

Eine wichtige Aufgabe von Valeria Gut im Spital Oberengadin war das Austrittsmanagement, sprich für die Patienten die Zeit nach dem Spitalaufenthalt zu organisieren. Die Sozial­beratung im Spital Oberengadin wurde nun den neuen Bedürfnissen entsprechend in ein Case Management umgewandelt. Im Pflegeheim Promulins widmet sich Valeria Gut wieder mehr der klassischen Sozialberatung. Diese beinhaltet beispielsweise viele Gespräche und Abklärungen mit Bewohnern und Angehörigen, das Klären von Ansprüchen auf Sozialversicherungen und geht über die Organisation von Zimmerräumungen nach einem Todesfall bis zur Mithilfe bei der Suche von verloren gegangenen Kleidungs­stücken. Ein weiterer wichtiger Teil der Fachstelle Soziales ist die Zusammenarbeit mit der Leitung Pflege und Betreuung und dem ganzen Pflegeteam. Valeria Gut ist in ihrem neuen Arbeitsumfeld sehr glücklich, es gefällt ihr, näher bei den Menschen zu sein. Im Gegensatz zum Spital geht es im Promulins ausschliesslich um Langzeitberatungen. Durch die Arbeit im Spital kannte Valeria Gut bereits rund die Hälfte der Bewohner und wurde von ihnen schnell ins Herz geschlossen.

 

Covid-19 lässt keine Zeit sich einzuarbeiten

 

Weitere Themen, denen sich Valeria Gut widmen möchte, sind zum Beispiel, die Palliative Care konzeptionell zu verankern und das Eintrittsprozedere zu überarbeiten. Bevor sie sich jedoch in diese Arbeiten vertiefen konnte, stand die zweite Coronawelle vor der Türe und forderte unzählige Gespräche und Telefonate mit Angehörigen und Bewohnern, die Unterstützung der Teams auf den Abteilungen des Promulins oder das Mitorganisieren des Bestatters. Eine sehr intensive Zeit, aus der das Erlebte noch stark präsent ist. «In einem Fall einer an Covid-19 erkrankten Bewohnerin durfte ich den ganzen Prozess begleiten: Ich leistete Sitz­wache am Bett der Sterbenden, organisierte, dass sich die Tochter von der Mutter verabschieden konnte und kümmerte mich anschliessend auch um die Zimmer­räumung.» Solche Einsätze gehen jeder Fachperson nahe, die Dankbarkeit der Angehörigen sei jedoch gross.

 

Ein sinngebender Beruf

 

Die Leidenschaft an der Sozialberatung hat Valeria Gut in all den Jahren beibehalten. «Die ganzheitliche Betrachtungsweise im Promulins, im häuslichen Umfeld der Bewohner, zusammen mit ihrem gesamten Umfeld fasziniert mich.» Valeria Gut empfindet ihre Arbeit als sehr sinngebend und könnte sich keinen anderen Beruf vorstellen. Jeden Tag sucht sie praktikable Lösungen für grosse und kleine Probleme der Bewohner. Im Promulins gefällt ihr unter anderem die Teamarbeit besonders gut. «Es ist schön, auf Augenhöhe miteinander zu arbeiten und zu sehen, wie alle dasselbe Ziel haben: Das Wohlbefinden der Bewohner.»

 

Über Valeria Gut

Valeria Gut ist in Silvaplana aufgewachsen und studierte Soziale Arbeit an der Fachhochschule Bern. Sie wohnt in Samedan und hat eine 24-jährige Tochter, die Medizin studiert. In ihrer Freizeit geht Valeria Gut sehr gerne wandern, Skifahren und Langlaufen. Ausserdem liebt sie es, in fremde Länder zu reisen, um andere Kulturen und Landschaften kennenzulernen. Wenn die Zeit es zulässt, liest sie Fachliteratur, aktuell zum Thema Demenz, aber auch Krimis und historische Romane.

 

Valeria Gut privat

  • Schönste Reisen waren Alaska und Hawaii
  • Nächstes Traumziel nach Covid-19 ist Japan
  • Nennt die Dinge gerne direkt beim Namen
  • Kann eigentlich nicht gut kochen
  • Geniesst ab und zu ein gutes Glas Rotwein 
  • Gibt die Hoffnung auf Veränderungen im Leben nie auf
  • Braucht die Ruhe in der Natur als Energiequelle zur Arbeit
  • Hat gerne Strukturen und Ordnung sowie das vernetzte Denken
  • Ist Camping-untauglich
  • Hört leidenschaftlich gerne zu