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NOROVIRENHygiene schützt

GESUNDHEITSTIPP

NOROVIREN
Hygiene schützt

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Vor allem in der Wintersaison ist ein vermehrtes Auftreten von Brechdurchfall-­Erkrankungen festzustellen – auch im Oberengadin. Oft sind Noroviren dabei im Spiel. Doch wie werden diese übertragen? Und wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengetragen.

Was sind Noroviren?

Noroviren kommen weltweit vor und sind für die Mehrzahl von nicht bakteriell bedingtem Durchfall verantwortlich. Da sie sehr ansteckend sind (10 bis 100 Viren genügen für eine Übertragung, bei der gewöhnlichen Grippe braucht es 100'000), treten überall dort gehäuft Krankheitsausbrüche auf, wo Menschen auf engem Raum ­zu­sammen­leben. Also insbesondere in Familien, ­Heimen, Spitälern, Kasernen, auf Kreuzfahrtschiffen und in Kinder­­gärten, aber auch in Hotels. Die meisten Erkrankungen ereignen sich zwischen Oktober und März.

 

Wie werden Noroviren übertragen?

VON MENSCH ZU MENSCH
Noroviren werden meistens über eine sogenannte Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Dabei ­werden die Erreger in kleinsten Spuren von Stuhlresten oder Er­­brochenem von Erkrankten an den Händen weitergetragen. Von der Hand gelangen die Viren leicht in den Mund. Sehr ansteckend sind auch winzige virushaltige Tröpfchen in der Luft, die während des Erbrechens entstehen.

 

ÜBER VERUNREINIGTE GEGENSTÄNDE

Die Erreger können auch an Gegenständen wie Tür­griffen, Handläufen oder Armaturen haften und über die Hände leicht in den Mund gelangen. Noroviren können auf glatten Flächen mehr als drei Wochen überleben und ­ansteckend bleiben.

 

ÜBER NAHRUNGSMITTEL
Rohe Lebensmittel wie Salate, Obst (aber auch z. B. tief­gekühlte Beeren), Krabben oder Muscheln können mit Noroviren belastet sein und ebenso zu einer Ansteckung führen wie verunreinigtes Wasser oder andere Getränke.

Welche Krankheitssymptome treten bei einer Ansteckung auf?

Die Erkrankung beginnt zumeist plötzlich mit heftigem Durchfall, Übelkeit und explosionsartigem Erbrechen. Dazu kommt häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Bauch- und Muskelschmerzen, gelegentlich von leichtem Fieber und Kopfschmerzen begleitet. Die starken Brechdurchfälle können rasch zu einem Flüssigkeitsmangel im Körper führen, der sich durch ein ausgeprägtes Schwächegefühl oder Schwindel bemerkbar machen kann. Die Beschwerden klingen meist nach ein bis drei Tagen vollständig ab.

Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?

Nach der Ansteckung bricht die Erkrankung meist schnell aus – in der Regel nach sechs Stunden bis zwei Tagen. Die Betroffenen sind kurz vor und mit dem Auftreten der Krankheitszeichen hoch ansteckend. Bis etwa 48 Stunden nach ­Abklingen der Beschwerden werden relativ viele Erreger mit dem Stuhl ausgeschieden.

Wer ist besonders gefährdet?

Grundsätzlich kann jeder an Noroviren erkranken. Kleinkinder und ältere Menschen reagieren besonders empfindlich auf den Flüssigkeitsverlust, der durch Erbrechen und Durchfall entsteht. Eine Immunität nach durch­gemachter Erkrankung hält nur für wenige Wochen an

 Was müssen Sie bei einer Erkrankung beachten?


Erkrankte sollten sich körperlich schonen und den Kontakt mit anderen Personen möglichst einschränken.

 

Bei Durchfall und Erbrechen ist es wichtig, viel zu trinken.

 

Um den Verlust von Salzen auszugleichen, kann gegebenenfalls der Einsatz von sogenannten Elektrolyt-­Ersatz­lösungen aus der Apotheke sinnvoll sein.

 

Achten Sie auf leicht verdauliche Nahrung mit ausreichender Salzzufuhr.

 

Vor allem Kleinkinder, Schwangere, Senioren oder ­ geschwächte Menschen sollten ärztlich behandelt werden, insbesondere, wenn Durchfall oft auftritt und/oder länger als zwei bis drei Tage anhält sowie wenn zusätzlich Fieber oder Erbrechen hinzukommen.

 

Es können nur die Beschwerden gelindert werden. Antibiotika sind gegen (Noro-)Viren unwirksam. Eine Impfung gibt es nicht.

 

Benutzen Sie, wenn möglich, eine eigene Toilette und eigene Toilettenartikel bis zu zwei Tage nach der Genesung. Achten Sie besonders darauf, sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen und auch die Toilette sauber zu halten. Beseitigen Sie immer sofort die Reste von Erbrochenem oder Stuhl, da diese sehr ansteckend sind. Achten Sie auch danach auf gründliche Händehygiene!

 

Bereiten Sie im Erkrankungsfall keine Speisen für andere zu. Geschirr kann wie üblich in der Abwaschmaschine
gereinigt werden.

 

Wechseln Sie im Krankheitsfall Leib- und Bettwäsche, ­Waschlappen und Handtücher häufig und waschen Sie  diese mit einem Vollwaschmittel bei mindestens 60°C.

 

Vermeiden Sie auch nach dem Abklingen der Beschwerden mindestens für zwei Tage den Besuch von Altersheimen, Spitälern oder Kinderkrippen um eine Ansteckung dort zu verhindern.

 

Wer beruflich mit offenen Lebensmitteln und deren ­Zubereitung zu tun hat oder in Altersheimen, Spital oder Kinderhort arbeitet, sollte frühestens zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden wieder arbeiten. Das gilt auch für  
 den Verdachtsfall.


Wie können Sie sich schützen?

HÄNDEHYGIENE
Waschen Sie sich die Hände immer sorgfältig mit Wasser und Seife, insbesondere nach jedem Toilettengang sowie vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen. Trocknen Sie die Hände anschliessend sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab. Dadurch wird verhindert, dass Krankheitserreger aus dem Darm über verunreinigte Hände in den Mund gelangen.

 

WEITERE HYGIENEMASSNAHMEN

Meiden Sie nach Möglichkeit den direkten Kontakt mit Erkrankten bis zwei Tage nach Abklingen der Krankheitszeichen. Benutzen Sie ausschliesslich eigene Hygieneartikel und Handtücher.

Reinigen Sie Flächen im Umfeld des Erkrankten wie Wasch­becken, Türgriffe und Böden regelmässig, am besten mit ­Einmaltüchern und entsorgen Sie diese anschliessend ­direkt in den Hausmüll. Das gilt auch für sichtbar ­verschmutzte ­Flächen wie Toiletten, etc. Dabei kann das ­Tragen von ­Einmalhandschuhen einen zusätzlichen Schutz vor Infektionen bieten.

Eine Reinigung mit Wasser und gängigen Reinigungsmitteln ist in der Regel ausreichend. Der Einsatz von   speziellen Desinfektionsmitteln kann erforderlich sein, sofern dies von Fachleuten oder von Ihrer Ärztin oder ­Ihrem Arzt empfohlen wurde.


Weitere Informationen

Weitere (Fach-)Informationen finden Sie auf unserer Website und auf auf den Seiten des Bundesamtes für Gesundheit BAG.


Aktuell: Coronavirus

Das müssen Sie wissen

 

WAS IST DAS CORONAVIRUS UND WOHER KOMMT ES?

Eine Häufung von Lungenentzündungen trat im Dezember 2019 in der Stadt Wuhan im Zentrum von China auf. Das Virus stammt ursprünglich von Tieren, wurde auf den Menschen übertragen und überträgt sich seither von Mensch zu Mensch.

WIE WIRD DAS VIRUS ÜBERTRAGEN?

Die Übertragung geschieht vor allem durch Tröpfchen­infektion: Beim Niesen oder Husten gelangen Viren von einem Menschen zum anderen oder die Viren überleben einige Zeit auf Händen oder Oberflächen (Türklinken, Knöpfen etc.), die dann durch Berührungen auf die eigenen Schleimhäute gelangen. In aller Regel ist jedoch ein enger Kontakt (< 1 Meter über > 15 Minuten) mit einer ­infektiösen Person erforderlich.

 

WAS SIND DIE VERDACHTSKRITERIEN?

Symptome einer Erkrankung der unteren Atemwege (z.B. Husten, Atemnot) mit Fieber ab 38 Grad Celsius und ein Aufenthalt in betroffenen Gebieten oder enger Kontakt zu einem bestätigten Fall innerhalb der letzten 14 Tage vor Symptombeginn.

 

 

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen finden Sie auf den Seiten des Bundesamtes für Gesundheit BAG.