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Das Spital-Magazin

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Rettung Oberengadin

Von der Unfallstelle zur Notfallstation

Sommer 2018
Was für ein prächtiger Tag im Oberengadin! Ideales Wetter für eine Passfahrt mit dem Rennvelo. Doch der Ausflug nimmt eine unerwartete Wendung. Eine Fotoreportage über den Weg von der Unfallstelle zur Notfallstation.

 

 

Jenny ist in einer Kurve über einen Stein gefahren und unglücklich gestürzt. Das sieht gar nicht gut aus: Böse Schürfungen und Jenny gibt keine Antwort. Micha alarmiert die Rettung Oberengadin unter der Nummer 144. Mit Blaulicht und Sirene nähert sich die Ambulanz. Die Strasse wird gesichert. 

Francesco Cattaneo, dipl. Rettungssanitäter, und Manuela Steinacher, Rettungssanitäterin in Ausbildung, verschaffen sich einen Überblick, während Micha den Hergang des Unfalls schildert.

ABCDE-Schema

Die Rettungssanitäter handeln schnell und überlegt, damit die bedrohlichsten Verletzungen rasch erfasst und behandelt werden können. Dabei gehen sie strikt nach dem ABCDE-Schema vor: Sicherung der Atmung, eventuell Beatmen, Kreislauf, dringliche Diagnostik, Stabilisierung und weitere Schritte. Die Grundidee dieses Verfahrens ist es, die bedrohlichsten Störungen und Verletzungen des Patienten schnell zu erfassen und zu behandeln – ganz nach dem Motto: “Treat first what kills first.”

Verlegung ins Spital

Jenny ist zum Glück wieder ansprechbar. Mit einem Halskragen wird ihre Halswirbelsäule stabilisiert. Vorsichtig wird sie auf die Transportbahre gelegt. Es besteht der Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma und auf eine innere Bauchverletzung. Zudem schmerzt die rechte Schulter und sie hat sich multiple Schürfungen an Armen und Beinen zugezogen. Während der Verlegung ins Spital wird die Verletzte von der Rettungssanitäterin überwacht. Gleichzeitig erfolgt die Anmeldung über die REO an den Notfall im Spital Oberengadin. Übermittelt werden der sogenannte NACA-Score, welcher die Schwere der Verletzungen beschreibt, die Alarmierungszeit, die voraussichtliche Ankunftszeit, Alter und Geschlecht des Patienten sowie eine erste Verdachtsdiagnose.

Im Schockraum ist bereits das gesamte diensthabende Notfallteam des Spitals anwesend und folgt aufmerksam dem Rapport des Rettungssanitäters. Während der Übergabe werden keine Untersuchungen am Patienten vorgenommen (Ausnahme z.B. Reanimation). Bei der Erstversorgung von Schwerverletzten spielt die Zeit eine wichtige Rolle für das Behandlungsresultat (the golden hour of schock). Der Ablauf erfolgt nach den standardisierten ATLS-Kriterien (treat first what kills first).

Hier gilt eine strikte Aufgabenverteilung: Cesare Marazzi (Leitender Arzt Chirurgie) hat den Teamlead, Oberärztin Irina Hofmann untersucht die Patientin nach dem ABCDE-Alogorithmus und der Anästhesie-Experte Jens Höbenreich installiert das Monitoring für Atmung und Kreislauf. 

Computertomografie

Aufgrund des Schädel-Hirn-Traumas, der Bewusstlosigkeit und der Amnesie wird eine Computertomografie des Schädels durchgeführt. Die weitere bildgebende Diagnostik zeigte keine anderen Verletzungen. Teamchef Marazzi und Chefarzt der Radiologe, Dr. Jens Fischer, analysieren die Resultate direkt am Bildschirm. Sie können eine Hirnverletzung glücklicherweise ausschliessen. Bei der Röntgen-Untersuchung wird eine Schulterluxation festgestellt. Für das Einrenken des Oberarms ist eine Kurznarkose nötig.

Von der Intensivstation zur Krankenabteilung

Während Anästhesist Floris Tichler und Anästhesiepfleger Jens Höbenreich die Narkose überwachen, renkt die chirurgische Oberärztin Irina Hofmann das Schultergelenk wieder ein. Nach der Wundversorgung wird die Patientin an die Intensivstation übergeben. Hier bleibt Jenny ein paar Stunden zur Überwachung, bevor sie auf die normale Krankenabteilung verlegt wird. Dort ist sie bei Manuel Gwiss (Leiter Pflegedienst und Stationsleiter Pflege IPS) und Laura Hollenstein (Assistenzärztin Klinik Medizin) in guten Händen, bevor sie nach einem kurzen stationären Aufenthalt aus dem Spital Oberengadin entlassen wird.